Verkehrssicherheit

Neues Warnsystem auf Sachsen-Anhalts Autobahnen geht in Betrieb

Minister Thomas Webel
Minister Webel bei der Vorstellung des Warnsystems

Dessau-Roßlau. In Sachsen-Anhalt wurde ein deutschlandweit bisher einzigartiges System zur Warnung vor Wanderbaustellen auf Autobahnen in Betrieb genommen. „Wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, die zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen führen“, sagte Landesverkehrsminister Thomas Webel am 05.03.2018 bei der Inbetriebnahme des neuen Arbeitsstellen-Warnsystems Sachsen-Anhalt (AWSA) in Dessau-Roßlau.

„Die Verbesserung der Verkehrssicherheit und die deutliche Reduzierung der Unfallzahlen ist eines unserer Kernanliegen“, betonte der Minister. Das auch im Verkehrssicherheitskonzept verankerte Ziel der Landesregierung laute „Vision Zero“. „Bis 2020 wollen wir die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent und die der Schwerverletzten um 20 Prozent gegenüber den Zahlen des Jahres 2010 reduzieren“, fügte er hinzu. Die eigenen Fahrzeuge der Autobahnmeistereien sozusagen als Warnmelder zu nutzen, sei ein weiterer Schritt.
 
Dazu wurden nach Auskunft des Ministers die vorhandenen Informationssysteme der Landesmeldestelle-Verkehr und der Rundfunkanstalten mit denen der Straßenbauverwaltung gekoppelt. Die Warnmeldung wird über RDS/TMC (Radio Data System/Traffic Message Channel) an die Autoradios und Navigationssysteme aller Verkehrsteilnehmer auf dem entsprechenden Autobahnabschnitt ausgestrahlt. Die Einsatzfahrzeuge und Sperranhänger der Landesstraßenbaubehörde signalisieren so, wo sie sich gerade im Einsatz befinden - sei es zur Sicherung von Unfallstellen, für Mäharbeiten oder andere Unterhaltungsmaßnahmen entlang der Autobahnen. Damit würden Autofahrer rechtzeitig über Störungen im Verkehrsfluss informiert, wodurch die Aufmerksamkeit im eigentlichen Gefahrenbereich dann deutlich höher sei, sagte Webel.

„Wir nutzen hier kostengünstig bereits vorhandene Technik und Geschäftsprozesse und erreichen damit fast alle Verkehrsteilnehmer“, hob der Minister eine wesentliche Besonderheit des neuen Warnsystems hervor. Die Meldungen könnten als grafisches Symbol sowie als Schriftzug in verschiedenen Sprachen, gekoppelt mit einem Signalton, in den Pkw und Lkw empfangen werden. Die Systematik funktioniert vollkommen unabhängig vom Endgerät. Die Idee hierzu wurde in der Landesstraßenbaubehörde entwickelt.
 
Das System soll künftig auf allen Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Sachsen-Anhalt zur Anwendung kommen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 150.000 Euro.