A 14-Lückenschluss

Magdeburg - Wittenberge - Schwerin

Nordverlämgerung der A 14 in Sachsen-Anhalt
Geplante Nordverlängerung der Autobahn 14 in Sachsen-Anhalt

Die Neubautrasse der Autobahn (A) 14 verläuft mit einer Gesamtstreckenlänge von etwa 155 Kilometern auf dem Gebiet der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Sie schafft eine leistungsfähige Verbindung zwischen Magdeburg, Wittenberge und Schwerin und bindet Altmark, Prignitz und die Region um Ludwigslust an das deutsche Autobahnnetz an. Bis Anfang der 2020er Jahre, soll der 1,3 Milliarden Euro teure Lückenschluss zwischen Magdeburg und Schwerin fertig und die Autobahn von Dresden bis Wismar durchgehend befahrbar sein.

Der Streckenabschnitt der A 14 in Sachsen-Anhalt weist eine Gesamtlänge von rund 97 Kilometern auf. Die Planer haben sich für eine Umsetzung des Baus in acht Teilabschnitten – sogenannte Verkehrseinheiten (VKE) - entschieden. Insgesamt sind zehn Anschlussstellen an Bundes- und Landesstraßen, eine einseitige Tank- und Rastanlage bei Dolle sowie vier Parkplätze mit WC-Anlagen vorgesehen.

In Sachsen-Anhalt sind die Planungen für die Nordverlängerung der A 14 abgeschlossen. Derzeit laufen noch vier Verfahren zur Baurechtschaffung. In einem ersten Abschnitt (VKE 1.2) bei Colbitz rollt seit Oktober 2014 der Verkehr. Der Baustart für den Abschnitt (VKE 1.3) zwischen der Anschlussstelle (AS) Colbitz und der AS Tangerhütte war am 16.08.2017.

Der knapp 15 Kilometer lange Abschnitt (VKE 1.4) zwischen der AS Tangerhütte und der AS Lüderitz befindet sich seit dem 27.08.2018 in Bau. Mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 12.02.2018 liegen nunmehr die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Abschnitt (VKE 2.1) zwischen der AS Stendal-Mitte und der AS Osterburg vor.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Region zwischen den Autobahnen 2, 7, 24 und 10 ist straßenverkehrlich weit unterdurchschnittlich erschlossen und der größte autobahnfreie Raum Deutschlands. Mit der Fertigstellung der A 14 wird die Altmark an das Autobahnnetz angebunden.

Die erwarteten Verkehrsverlagerungen führen zu einer deutlichen Entlastung auf Innerortsstrecken, und damit zu geringen Lärmemissionen sowie, mit Blick auf den Fernverkehr, zur schnelleren Erreichbarkeit von Ballungszentren. Letzteres ist insbesondere ein wichtiger wirtschaftlicher Aspekt. Durch die bessere Anbindung lassen sich Transportkosten reduzieren, gleichzeitig gewinnen Orte, die vorher nicht optimal angebunden waren, als Unternehmensstandorte an Attraktivität.

Auch Pendler in der Altmark profitieren vom Ausbau. Im Durchschnitt benötigen sie heute mit dem Auto 52 Minuten bis zur nächsten Autobahnanschlussstelle. Mit der Realisierung der A 14 verkürzt sich die Fahrzeit auf durchschnittlich 21 Minuten. Das entspricht dem üblichen Standard in Deutschland.

Fertiggestelltes Teilstück der A 14
Abgeschlossene VKE 1.2 bei Colbitz mit Anschlussstelle Wolmirstedt
Fertiggestelltes Teilstück der A 14
VKE 1.2 bei Colbitz mit verlegter Kreisstraße 1174
Fertiggestelltes Teilstück der A 14
Fertiggestelltes Teilstück der VKE 1.2 mit Anschlussstelle Colbitz
Fledermausquerungshilfe entlang der A 14
Fledermausquerungshilfe BW13Ü mit seitlicher Wirtschaftswegüberführung

Naturschutzrechtliche und -fachliche Anforderungen

Die Verwirklichung der Neubautrasse ist mit Eingriffen in den Naturhaushalt mit seinen Bestandteilen verbunden. Dabei gilt es, die daraus resultierenden Konflikte bereits in einem frühen Planungsstadium zu analysieren und ein darauf aufbauendes Kompensationskonzept aufzustellen.

Neben den naturschutzrechtlichen Anforderungen des Arten- und Habitatschutzes auf europäischer Ebene, die in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und der Vogelschutzrichtlinie verankert sind, müssen nationale Gesetze beachtet werden. Darunter fällt die Eingriffsregelung gemäß Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit dem Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt.

So werden im Zuge der Bauarbeiten beispielsweise Wanderkorridore größerer Säugetiere berührt. Den dabei prognostizierten Zerschneidungseffekten und Funktionsbeeinträchtigungen zwischen den Lebensräumen von Arten wird unter anderem wie folgt begegnet:  Die Bündelung der Neubautrasse mit der vorhandenen Achse der Bundestraße (B) 189 westlich der zu querenden Elbe verhindert eine Neuzerschneidung des Natura-2000-Gebietes „Aland-Elbe-Niederung“.

Um die funktionalen Verbindungen angestammter Lebensräume aufrechtzuerhalten, sind weiterhin gut 70 Bauwerke geplant, die als Querungshilfe für wandernde Tierarten dienen. Die Funktionalität der Kleintier- und Amphibiendurchlässe sowie der Grün- und Wildbrücken soll in der Folge regelmäßig kontrolliert werden.

Durch umfangreiche Gestaltungsmaßnahmen, wie etwa Gehölzpflanzungen entlang der Straßen oder der Modellierung von Böschungen und Verwallungen, fügt sich die Neubautrasse der A 14 harmonisch in das Landschaftsbild ein. Unvermeidbare vorhabenbedingte Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes werden durch Verknüpfung der vorgenannten Maßnahmen minimiert und entsprechend der vorgegebenen rechtlichen und fachlichen Erfordernisse kompensiert.

Aufgrund des bis dato beispiellosen Umfangs an naturschutzfachlichen Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen sowie der vorgelagerten Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen trägt die A 14 den Beinamen „Grünste Autobahn“. Der Name betont den Anspruch auf Naturverträglichkeit des derzeit größten Straßenbauprojektes in Deutschland.

Gewässer
Gewässer als potenzielles Rohrweihenhabitat
Feldgehölz
Großflächiges Feldgehölz auf Extensivgrünland
Obstbaumreihe
Obstbaumreihe entlang eines Wirtschaftsweges
Fledermausquerungshilfe
Fledermausquerungshilfe BW13Ü

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