Nordverlängerung A 14

Gut geplant ist halb gebaut

Porträtfoto von Jörg Przesang und Stefan Kauert
Die Macher: Chefplaner Jörg Przesang (l.) und Bauleiter Stefan Kauert

Jörg Przesang wollte immer etwas Technisches in seinem Berufsleben machen. Darum wurde er Bauingenieur. Inzwischen kennt sich der Referatsleiter im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr auch mit Flora und Fauna genauestens aus. Er gilt als Experte, wenn es um naturschutzrechtliche Belange geht. Beim A14-Lückenschluss sind die von besonderer Bedeutung, machen aber eigentlich nur einen überschaubaren Teil des Planungsaufwandes aus.

Bei Bedarfsermittlung, Trassenfindung, Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren seien vielfältige gesetzliche Regelungen aus verschiedensten Fachgebieten zu beachten, berichtet der Chefplaner. Immer wieder gebe es neue Vorschriften, die einzuarbeiten sind und immer wieder verzögern Klagen den Baubeginn. Kein Wunder, dass es meist Jahre dauert, bis ein bestandskräftiger Planfeststellungsbeschluss vorliegt. „Die Bauzeit einer Straße lässt sich konkret bestimmen. Die Vorbereitungen brauchen deutlich mehr Zeit“, erklärt Przesang.

„Beim ersten fertiggestellten Abschnitt bei Colbitz waren wir genau im Zeitplan“, sagt Stefan Kauert stolz. Der Bauleiter und sein Team konnten es kaum erwarten, dass es weitergeht. Am 16. August 2017 fiel endlich der Startschuss für die Verkehrseinheit (VKE) 1.3 (Colbitz – Tangerhütte). Dort werden zunächst Brücken errichtet. Mitte 2018 startet dann der Fahrbahnbau. Parallel wird mit dem Folgeabschnitt, VKE 1.4 (Dolle – Lüderitz), begonnen.

Fledermausquartier - kurios aber wirkungsvoll

Schon vorher gab es einige vorbereitende Arbeiten, etwa zur Landschaftspflege, zu erledigen. Das vermutlich ungewöhnlichste Bauwerk, das jemals im Zuge eines Autobahnbaus errichtet wurde, ist wohl der zu einem Fledermausquartier umgebaute Munitionsbunker auf dem Truppenübungsplatz Colbitz-Letzlinger Heide. „Kurios aber wirkungsvoll“, schmunzelt Kauert. Die Tiere hätten das Objekt sofort angenommen, freut er sich. So richtig das Herz geht dem Bauingenieur aber erst auf, wenn die Fahrbahn Gestalt annimmt: „Wenn der schwere Erdbau beginnt, der Betonfertiger läuft und alles funktioniert. Dann macht es Spaß“, sagt Kauert.

Bauleiter und Chefplaner hoffen dennoch, dass der „Spaß“ bald ein Ende hat und der Lückenschluss fertig wird. Die Planungen für alle ausstehenden Verkehrseinheiten laufen. Geld und Baukapazitäten stehen bereit, um das Projekt zügig umzusetzen. In wenigen Jahren soll der Verkehr auf der kompletten Strecke zwischen Magdeburg und Schwerin rollen. Przesang freut sich schon darauf, dann schneller und stressfreier im Urlaub an der Ostsee zu sein. Für Kauert vollendet sich damit auch ein persönlicher Traum. Für den gebürtigen Schweriner rückt die Familie mit dem A14-Lückenschluss gefühlt ein erhebliches Stück näher.

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