Nordverlängerung A 14

Ein Jahrhundertprojekt findet seine Fortsetzung

Minister Webel verkündet Vergleich mit BUND
Richtungsweisend: Umweltministerin Claudia Dalbert (li.) Verkehrsminister Webel (Mitte) und BUND-Landeschef Ralf Meyer verkünden den gerichtlichen Vergleich zur A14.

Der 13. Dezember 2016 wird wohl in die Autobahngeschichte eingehen. An diesem Tag verkündeten Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel, Umweltministerin Claudia Dalbert  und der Landesvorsitzenden der Umweltschutzorganisation BUND, Ralf Meyer, dass ein vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig besiegelter Vergleich den Weiterbau der A 14 ermöglicht. Lange wurde gestritten. Nun reichten sich Umweltschützer und Autobahnplaner die Hand und kündigten konstruktive Zusammenarbeit bei der weiteren Autobahn-Planung an. Damit findet eine scheinbar unendliche Geschichte wohl ein glückliches Ende. Bereits in den 1930er Jahren war eine Autobahn geplant, die den wirtschaftsstarken mitteldeutschen Raum mit den Häfen an der Küste verbindet. Die Strecke sollte von Leipzig über Halle und Magdeburg, wo sie über ein Autobahnkreuz an die heutige A 2 angebunden werden sollte, Richtung Hamburg führen. Erste Arbeiten waren bereits in Angriff genommen.

Brücke auf A 14 bei Colbitz
Drei Jahre Bauzeit: Die Ortsumgehung Colbitz ist der erste fertige Teilabschnitt der neuen A14-Nordverlängerung.

Das Stück von der Anschlussstelle Peißen bis Leipzig-Ost wurde 1936 fertig gestellt. Die Weiterführung Richtung Magdeburg war bereits projektiert und die ersten Bauten dafür errichtet. Außerdem war die Fortführung der Strecke über Lüneburg nach Hamburg vorgesehen. Der Krieg unterbrach Arbeiten und Planungen. Erst 1970/71 wurde das Stück von Leipzig (Ost) bis zum Autobahndreieck Nossen (A 4) übergeben. Auch zu DDR-Zeiten sollte es eine Autobahn von Halle nach Magdeburg geben. Es gab mehrere Varianten. Das Projekt blieb jedoch in der Schublade.

Erst nach der Wiedervereinigung wurde das Thema A 14 wieder aktuell. Auf neu projektierter Linie wurde zwischen 1996 und 2000 die Autobahn von Halle-Peißen bis Dahlenwarsleben gebaut, um die Strecke später Richtung Hamburg weiter zu führen. Die folgenden Planungen ergaben aber einen anderen Trassenverlauf. In der Verkehrsuntersuchung Nord-Ost wurden 1995 verschiedene Varianten untersucht. Die so genannten X-Variante, die den Verlauf von Magdeburg nach Lüneburg vorsah, während die A 39 nach Schwerin verlängert werden sollte, fand keine Zustimmung. Die Verlängerung der A 14 von Magdeburg nach Schwerin sowie der A 39 von Wolfsburg nach Lüneburg und die Verbindung beider Autobahnen durch eine neue Bundesstraße (Hosenträger-Variante) sei, laut Studie, ökonomisch sinnvoller.

Feierlicher Spatenstich für die A14-Nordverlängerung
Am 30. November 2011 gaben Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (Mitte), Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (r.) und Verkehrsminister Thomas Webel den Startschuss für den A 14-Lückenschluss.

Im Juli 2002 verständigten sich die Verkehrsminister der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit dem Bundesverkehrsminister auf diese Variante als Vorzugslinie. Dieses Konzept wurde am 1. Juli 2004 mit dem fünften „Gesetz zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes“ durch den Deutschen Bundestag bestätigt. Im November 2011 rollten die Bagger für den ersten, knapp sechs Kilometer langen, Abschnitt der A14-Nordverlängerung Wolmirstedt-Colbitz an. Eine Klage des BUND und umfangreiche Überarbeitungen der Planungsunterlagen hatte den Baubeginn verzögert.

Auch gegen Planungen für die folgenden beiden Abschnitte legten die Umweltschützer zunächst vor dem Bundesverwaltungsgericht ein juristisches Veto ein. Nach umfangreichen Ergänzungen der Unterlagen in Sachen Natur- und Artenschutz, wurde schließlich ein Kompromiss besiegelt, der den Weiterbau (zunächst) bis Lüderitz ermöglicht. Am 16. August 2017 begannen offiziell die Arbeiten für die Verkehrseinheit Colbitz-Tangerhütte. Der Bau des bis Lüderitz wird sich nahtlos anschließen. Für die Verkehrseinheit (VKE) 2.1 liegt seit Mai 2018 bestandskräftiges Baurecht vor. Alle anderen Abschnitte sind in der Planung.

Seit Oktober 2014 rollt auf dem ersten fertiggestellten Stück der A14-Nordverlängerung zwischen Wolmirstedt und Colbitz der Verkehr. In Mecklenburg-Vorpommern und im Land Brandenburg sind inzwischen mehr als 30 Kilometer der neuen A 14 fertig gestellt.  Bis Anfang der 2020er Jahre, soll der etwa 155 Kilometer lange, 1,3 Milliarden Euro teure Lückenschluss zwischen Magdeburg und Schwerin fertig und die Autobahn von Dresden bis Wismar durchgehend befahrbar sein.

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