Mopedführerschein mit 15

Symbolbild Führerschein mit 15

Mit seiner Unterschrift unter die Verlängerung der „Dritten Verordnung über Ausnahmen von den Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung“ hat der kommissarische Bundesverkehrsminister Christian Schmidt den Weg für weitere zwei Jahre (bis zum 30. April 2020) des Modellprojekts „Mopedführerschein mit 15“ frei gemacht.

„Unser Mopedführerschein mit 15 ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel, „gerade weil damit dem Mobilitätsbedürfnis der jungen Leute, vor allem im ländlichen Raum, Rechnung getragen wird. Wer früher mobil ist, sammelt außerdem frühzeitig wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr“, betont er. Weil sich auch die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern dem Modellprojekt angeschlossen haben, könnten junge Leute nun mit dem Moped vom Fichtelberg bis an die Ostsee fahren, so der Minister.

Seit Beginn des Modellprojektes (2013) haben sich insgesamt mehr als 7.100 Jugendliche zum „Mopedführerschein mit 15“ in Sachsen-Anhalt zur Prüfung angemeldet. Allein 2017 wurden im Land knapp 2.000 Fahrerlaubnisprüfungen in der Klasse AM ab 15 Jahren durchgeführt, die gut 1.500 Jugendliche erfolgreich absolviert haben. Das ist seit Einführung des Modells Rekord. Die Bestehensquote ist mit zirka 80 Prozent auf konstant hohem Niveau.

Auf Initiative und Beschlussvorschlag des Landes Sachsen-Anhalt hat sich die Verkehrsministerkonferenz der Länder auf  ihrer Sitzung im November 2017 einstimmig für eine Verlängerung des Modellprojekts „Mopedführerschein mit 15“ ausgesprochen.

     FAQs zum Modellprojekt „AM mit 15 Jahren“ in Sachsen-Anhalt

Wann kann ich den Mopedführerschein mit 15 beantragen?

Bereits ein halbes Jahr vor dem 15. Geburtstag kann die Führerscheinausbildung in der Fahrschule beginnen. In Sachsen-Anhalt ist dies seit dem 1. Mai 2013 möglich.

Welche Unterlagen müssen abgegeben werden?

Der Jugendliche meldet sich bei einer Fahrschule zur Fahrausbildung der Klasse AM an und geht dann zur Fahrerlaubnisbehörde. Beim Modellprojekt „AM mit 15 Jahren“ ist die Zustimmung der Eltern (des gesetzlichen Vertreters) notwendig.

Mitzunehmen sind wie sonst auch: Personalausweis oder Reisepass, Lichtbild, Sehtest vom Optiker, eine Schulung in "Erster Hilfe" und Geld.

Für die Identitätsprüfung des Jugendlichen zum Erwerb der Fahrerlaubnis der Klasse AM als auch für Kontrollzwecke ist ein entsprechendes Dokument mit Lichtbild erforderlich. Falls noch kein Ausweis oder Reisepass vorliegt, wird empfohlen einen vorzeitigen Antrag auf Ausstellung eines Personalausweises zu stellen.

Brauche ich ein medizinisch-psychologisches Gutachten?

Nein.

Kann jemand zum Beispiel mit 15 ½ Jahren noch mit dem „Moped-Führerschein mit 15 Jahren“ beginnen?

Ja, seit dem 01. Mai 2013.

Gilt der Mopedführerschein mit 15 in allen Bundesländern?

Nein, das Modellprojekt läuft bis zum 30. April 2020 nur in den Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nach der bestandenen praktischen Prüfung erhält der Jugendliche eine Prüfungsbescheinigung vergleichbar dem „Begleiteten Fahren ab 17“ die zum Fahren in den genannten Ländern berechtigt. Für den Erwerb gilt das Wohnortprinzip. Nur wenn ich in einem der Bundesländer wohne, kann ich den „Mopedführerschein mit 15 Jahren“ in Anspruch nehmen.

Kann ein Bewerber mit 15 Jahren gleich eine Ausbildung für die Klasse A1 (Krafträder bis zu 125 ccm) mit machen?

Nein. Mit der Ausbildung für die Klasse A1 kann erst mit 16 Jahren begonnen werden.

Gibt es besondere Vorschriften für die Prüfung?

Nein.

Wann darf die theoretische Prüfung abgelegt werden?

Drei Monate vor dem 15. Geburtstag.

Wann darf die praktische Prüfung abgelegt werden?

Einen Monat vor dem 15. Geburtstag.

Gibt es mit 15 Jahren einen „richtigen“ Führerschein?

Nein. Es wird zunächst eine „Prüfungsbescheinigung“ erteilt, welche nur für Fahrten im Hoheitsgebiet der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen berechtigt. Diese Bedingung entfällt mit Vollendung des 16. Lebensjahres.

Enthält die „Prüfungsbescheinigung“ ein Foto des Fahrerlaubnisinhabers?

Nein, deshalb ist beim Fahren immer der Personalausweis (oder Reisepass) mitzuführen.

Wird der spätere „Kartenführerschein“ von der Behörde automatisch zugesandt?

Nein, er muss beantragt werden. Es wird empfohlen diesen Antrag gleich zusammen mit dem Modellprojekt „AM mit 15 Jahren“ zu stellen. Nach Vollendung des 16. Lebensjahres wird durch die Fahrerlaubnisbehörde der Kartenführerschein ausgehändigt. In einigen Fahrerlaubnisbehörden ist der Direktversand des Kartenführerscheins durch die Bundesdruckerei an den Jugendlichen möglich.

Was ist, wenn jemand seinen „Kartenführerschein“ bis zum 16. Geburtstag noch nicht erhalten hat?

Er darf bis zu drei Monate nach dem 16. Geburtstag mit der „Prüfungsbescheinigung“ fahren.

Was darf ich mit dem Mopedführerschein mit 15 fahren?

Alle Kraftfahrzeuge, die zur Fahrerlaubnisklasse AM gehören. Das sind derzeit:

Zweirädrige Kleinkrafträder (Mopeds) mit

  • bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h und
  • einer elektrischen Antriebsmaschine oder einem Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ oder
  • einer maximalen Nenndauerleistung bis zu 4 kW im Falle von Elektromotoren,

auch mit Beiwagen.

Das gilt auch für Fahrräder mit Hilfsmotor mit diesen Anforderungen.

Dreirädrige Kleinkrafträder mit

  • bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und
  • Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ (bei Fremdzündungsmotoren) bzw. maximaler Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW (bei anderen Verbrennungsmotoren) oder maximaler Nenndauerleistung von nicht mehr als 4 kW (bei Elektromotoren).

Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit

  • bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und
  • Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ (bei Fremdzündungsmotoren) oder
  • maximaler Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW (bei anderen Verbrennungsmotoren) oder
  • maximaler Nenndauerleistung von nicht mehr als 4 kW (bei Elektromotoren) und
  • Leermasse von nicht mehr als 350 kg (ohne Masse der Batterien im Falle von Elektrofahrzeugen).

Nach oben